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Ideale Schlaftemperatur: was die Studien zeigen

Dein Körper senkt zum Einschlafen seine Kerntemperatur, deshalb zählt das Zimmer um dich herum. Hier ist, was Studien dazu sagen.

Von Jan Kohlhaas, Gründer & Entwickler von SleepTrace · 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 04.11.2026 · Allgemeine Wellness-Information, keine medizinische Diagnose · In English →

Die kurze Antwort

Eine verbreitete Empfehlung für die ideale Schlaftemperatur sind etwa 18–20°C für Erwachsene. Die Studien zeigen eher einen Bereich, der von Bettzeug, Luftfeuchte und Alter abhängt: Wärme erhöht die Wachzeit und verringert Tiefschlaf und REM-Schlaf, bei älteren Menschen zu Hause war der Schlaf bei 20–25°C am effizientesten. Praktisch zählt mehr als die exakte Zahl: Luft, Decke und Feuchte zusammen und eine warme Dusche am frühen Abend, die den Wärmeabfluss anstößt.

Über die ideale Schlaftemperatur wird oft geredet, als gäbe es eine magische Zahl. Die Raumtemperatur beeinflusst, wie gut du schläfst, aber der passende Bereich hängt von Bettzeug, Luftfeuchte und Alter ab. Eine verbreitete Empfehlung für Erwachsene sind etwa 18–20°C. Die Einordnung steht im Wikipedia-Artikel über den Schlaf.

Ideale Schlaftemperatur: warum Temperatur deinen Schlaf steuert

Das Einschlafen hängt an einer täglichen Temperaturkurve, nicht nur an Melatonin. In den Stunden vor dem Bett sinkt deine Kerntemperatur, erreicht mitten in der Nacht ihren Tiefpunkt und steigt gegen Morgen wieder. Dieses nächtliche Abkühlen ist ein Signal, das dein Körper zum Ein- und Tiefschlafen nutzt. Ein warmes Zimmer bekämpft diesen Abfall; ein kühles unterstützt ihn.

Die Spanne und die Ausnahmen

  • Erwachsene: verbreitete Empfehlung 18–20°C.
  • Babys: Deutsche Ratgeber nennen etwa 16–18°C und raten davon ab, das Kind zu warm zu halten, weil Überwärmung als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod gilt. Die genaue Empfehlung gibt die Kinderarztpraxis.
  • Ältere Erwachsene: In einer Studie zu Hause war der Schlaf bei 20–25°C am effizientesten (siehe unten).

Was bei zu warm oder zu kalt hilft

  • Warm duschen vor dem Bett. Der anschließende Wärmeabfluss kühlt den Körper und erleichtert das Einschlafen.
  • Wärme entweichen lassen. Tür auf, Ventilator oder Fenster sind einfache Möglichkeiten, die Raumtemperatur zu senken.
  • Bettzeug anpassen. Decke und Schlafkleidung entscheiden mit, wie ein kühler Raum auf den Körper wirkt (siehe unten).
  • Atmungsaktive Bettwäsche aus Naturfasern, besonders im Sommer.

Wo SleepTrace passt

SleepTrace misst keine Temperatur. Die App hört nur Geräusche und schätzt daraus Schlafphasen, eine Schätzung ohne Laborgenauigkeit. Die Raumtemperatur kannst du mit einem einfachen Thermometer notieren und neben deine Nächte legen, wie im Zwei-Wochen-Vergleich unten.

Warum die Zahl auf dem Thermometer nur die halbe Antwort ist

Was dein Körper im Bett erlebt, hängt von Luft, Decke, Kleidung und Matratze zusammen und nicht nur vom Raum. Ein Überblick zur Wärmeumgebung im Schlaf hält fest, dass sowohl Hitze als auch Kälte die Wachzeit erhöhen und Tiefschlaf und REM-Schlaf verringern können. Ohne Bettzeug und Kleidung wirkt sich Kälte stärker auf die Schlafstadien aus als Hitze. Im echten Leben mit Decke und Schlafanzug stört Wärme den Schlaf deutlich, während Kälte die Schlafstadien kaum verändert, aber die Herznervensteuerung beeinflusst. Die Autoren folgern daraus, dass der Einfluss von Kälte im Alltag größer sein könnte als der von Hitze, und halten weitere Studien für nötig. Sicher ist nur: Bettzeug und Kleidung entscheiden mit, wie ein kühler Raum wirkt.

Okamoto-Mizuno K, Mizuno K. Effects of thermal environment on sleep and circadian rhythm. J Physiol Anthropol 2012. PMID 22738673

Was bei 35 Grad und viel Luftfeuchte passiert

Temperatur und Luftfeuchte gehören zusammen. In einem Laborversuch schliefen sieben gesunde junge Männer (nur in Shorts, auf Baumwolllaken) in vier Räumen: 29 Grad bei 50 oder 75 Prozent Luftfeuchte und 35 Grad bei 50 oder 75 Prozent. Bei der schwülen Hitze, also 35 Grad bei 75 Prozent, gab es gegenüber den 29-Grad-Räumen deutlich mehr Wachzeit, eine geringere Schlafeffizienz und weniger Tiefschlaf. REM-Schlaf und Tiefschlafstadium 3 waren auch gegenüber der trockeneren 35-Grad-Nacht verringert. Die Körperkerntemperatur sank in diesem Raum nachts nicht wie sonst. Das sind Extremwerte und eine kleine Gruppe, aber sie zeigen, warum ein Sommer mit warmen Nächten und feuchter Luft so anstrengend ist.

Okamoto-Mizuno K, Mizuno K, Michie S, Maeda A, Iizuka S. Effects of humid heat exposure on human sleep stages and body temperature. Sleep 1999. PMID 10505822

Ein Thermoanzug und 0,4 Grad mehr Hautwärme

Dass es nicht nur ums Abkühlen geht, zeigt ein Laborversuch. Die Forscher steuerten mit einem Anzug die Hauttemperatur und erhöhten sie nachts um nur 0,4 Grad, ohne die Körperkerntemperatur zu verändern. Das verringerte die nächtliche Wachzeit und verschob den Schlaf in tiefere Stadien, bei jungen Gesunden, bei älteren Gesunden und bei Menschen mit Schlaflosigkeit. Bei den Älteren verdoppelte sich der Anteil des Tiefschlafs beinahe, und die Wahrscheinlichkeit, zu früh am Morgen aufzuwachen, sank von 0,58 auf 0,04. Das war eine Laborsituation mit Spezialtechnik, kein Aufruf, das Bett aufzuheizen. Die Studie erinnert aber daran, dass die Wärme an der Haut zählt und der Körper sie zum Einschlafen und Durchschlafen fein einstellt.

Raymann RJ, Swaab DF, Van Someren EJ. Skin deep: enhanced sleep depth by cutaneous temperature manipulation. Brain 2008. PMID 18192289

Bei älteren Menschen zu Hause liegt der Bereich höher

Eine Langzeitstudie bei zu Hause lebenden älteren Erwachsenen kombinierte Schlafsensoren am Körper mit Temperaturfühlern im Schlafzimmer. Der Schlaf war am effizientesten und ruhigsten bei Raumtemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Stieg die Temperatur von 25 auf 30 Grad, fiel die Schlafeffizienz um 5 bis 10 Prozent. Der Zusammenhang war nicht gleichmäßig, und die Unterschiede zwischen den Personen waren groß. Die Autoren raten deshalb zu individuell angepassten Temperaturen.

Baniassadi A, Manor B, Yu W, Travison T, Lipsitz L. Nighttime ambient temperature and sleep in community-dwelling older adults. Sci Total Environ 2023. PMID 37474050

Die eigene Zahl finden mit zwei Wochen Thermometer

  1. Stelle ein einfaches Thermometer auf Höhe des Betts auf (nicht am Fenster oder an der Heizung).
  2. Notiere am Morgen die Temperatur beim Zubettgehen, die Bettdecke (dünn oder dick) und wie du geschlafen hast.
  3. Ändere in der zweiten Woche nur eine Sache, zum Beispiel das Lüften vor dem Schlafen.
  4. Vergleiche beide Wochen. Entscheidend ist dein Durchschnitt, nicht die einzelne Nacht.

Wachst du regelmäßig durchnässt auf, obwohl der Raum kühl und die Decke dünn ist, liegt es womöglich nicht an der Temperatur. Mehr dazu unter Starkes Schwitzen nachts. Tritt es zusammen mit Fieber, Gewichtsverlust oder Herzklopfen auf, gehört es ärztlich abgeklärt.

Nackt schlafen oder Schlafanzug? Was Studien zu Kleidung, Bettzeug und Temperatur zeigen

Ob du nackt schläfst, ist nach heutiger Studienlage eine Frage der Gewohnheit. Keine der hier ausgewerteten Arbeiten hat Nacktschlafen direkt untersucht. Gemessen wurden Stoffe und Temperaturen, und dort zeigen sich kleine, bedingte Effekte. Wichtiger als Kleidung ist meist die Raumtemperatur, die im Abschnitt oben beschrieben ist.

Ein Laborversuch mit 17 gesunden jungen Erwachsenen (zehn Männer) prüfte neun Nächte lang Baumwolle gegen Wolle als Schlafkleidung, Polyester gegen Wolle als Bettzeug und 17 gegen 22 Grad bei 60 Prozent Luftfeuchte. Die Einschlafzeit war in Wolle signifikant kürzer als in Baumwolle, dazu gab es Trends zu mehr Schlafzeit und besserer Effizienz. Bei 17 Grad waren die Anteile von N1, N3 und REM höher, der von N2 niedriger als bei 22 Grad. Auf das Bettzeug fand die Studie keinen Einfluss. Die Teilnehmenden schliefen bei 17 Grad besser. Die Gruppe ist klein und jung.

Shin M, Halaki M, Swan P, Ireland AH, Chow CM. The effects of fabric for sleepwear and bedding on sleep at ambient temperatures of 17°C and 22°C. Nat Sci Sleep 2016. PMID 27217803

Eine systematische Übersicht fasste neun Studien zu Fasern in Schlafkleidung und Bettzeug zusammen. Wollschlafkleidung zeigte Vorteile beim Einschlafen bei Erwachsenen unter kühlen und bei Älteren unter warmen Bedingungen. Leinenbettlaken verbesserten den Schlaf junger Erwachsener unter warmen Bedingungen, und mit Gänsedaunen gefüllte Decken erhöhten bei jungen Erwachsenen unter kühlen Bedingungen den Tiefschlaf. Die Autoren warnen, dass ein systematischer Vergleich schwierig ist, weil die Studien sehr verschieden angelegt waren.

Li X, Halaki M, Chow CM. How do sleepwear and bedding fibre types affect sleep quality: A systematic review. J Sleep Res 2024. PMID 38627879

FrageWas die Studien nahelegenEinschränkung
Nackt oder bekleidet?Nicht direkt untersuchtEntscheidung nach Komfort
Material der SchlafkleidungWolle verkürzte die Einschlafzeit gegenüber Baumwolle (17 Personen)Kleine Gruppe, Laborbedingungen
BettzeugLaken und Decken wirkten je nach Temperatur und Alter unterschiedlichNeun sehr verschiedene Studien
RaumtemperaturBei 17 Grad besser als bei 22 GradGesunde junge Erwachsene

Wer wissen will, wie sein Raum auf den Schlaf wirkt, braucht deshalb eher ein Thermometer als eine Regel: Ein Wert pro Morgen und die Notiz, ob du in der Nacht gefroren oder geschwitzt hast. Zur Luftfeuchte steht Genaueres unter Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer, zum Luftzug unter Mit Ventilator schlafen. SleepTrace misst keine Temperatur, zeigt aber, ob eine Nacht mit Schnarchen oder Husten unruhiger war als die davor.

Häufige Fragen

Eine verbreitete Empfehlung für Erwachsene sind etwa 18-20 °C. In Studien hängt der passende Bereich von Bettzeug, Luftfeuchte und Alter ab. Deine Körperkerntemperatur sinkt natürlicherweise ab, um den Schlaf einzuleiten, und ein kühler Raum unterstützt diesen Abfall.

Dein Körper senkt seine Kerntemperatur, um einzuschlafen. Ein zu warmer Raum wirkt dem entgegen und erhöht die Wachzeit; ein kühler Raum erleichtert den natürlichen Temperaturabfall. Zu kalt ist ebenfalls nicht günstig, wenn das Bettzeug nicht passt.

Orientiere dich an etwa 18-20 °C, lüfte den Raum und wähle atmungsaktive Bettwäsche. Wenn dir schnell warm wird, hilft eine leichtere Bettdecke oder ein Ventilator mehr als die Klimaanlage hochzudrehen. Prüfe mit einem Thermometer und einem kurzen Schlafprotokoll, was für dich passt.

Ja, tendenziell. Wärme erhöht die Wachzeit und verringert Tiefschlaf und REM-Schlaf, besonders deutlich bei 35 Grad und 75 Prozent Luftfeuchte im Laborversuch. Eine Übersicht hält allerdings fest, dass der Einfluss von Kälte im Alltag mit Bettzeug größer sein könnte als der von Hitze, das Bild ist nicht einheitlich.

In einer Studie mit älteren Erwachsenen zu Hause war der Schlaf bei 20 bis 25 Grad am effizientesten, über 25 Grad nahm die Schlafeffizienz ab. Die Unterschiede zwischen den Personen waren groß, eine feste Zahl gibt es nicht.

Ja. In einem Laborversuch war der Schlaf bei 35 Grad und 75 Prozent Luftfeuchte am stärksten gestört: mehr Wachzeit, weniger Tiefschlaf. REM-Schlaf und Tiefschlafstadium 3 waren dort auch gegenüber 35 Grad bei 50 Prozent Luftfeuchte verringert.

Dazu gibt es keine direkte Studie. Untersucht wurden Materialien und Raumtemperatur: Wolle verkürzte in einem Laborversuch mit 17 Personen die Einschlafzeit gegenüber Baumwolle, und bei 17 Grad schliefen die Teilnehmenden besser als bei 22 Grad. Ob du nackt schläfst, entscheidet dein Komfort.

SleepTrace ist eine Wellness-App, kein Medizinprodukt. Dieser Artikel ist allgemeine Information, kein medizinischer Rat. Wenn deine Beschwerden häufig, stark oder beunruhigend sind, sprich bitte mit einem Arzt.


Wer die Raumtemperatur testet, braucht pro Einstellung ein paar Nächte und einen Vergleichswert. SleepTrace schätzt aus dem Ton deine Schlafphasen und zeigt, wie fragmentiert die Nacht war, die Temperatur trägst du selbst dazu ein. Dass die Wärme der Auslöser war, kann die App nicht belegen, sie zeigt nur, ob sich die Nächte unterscheiden.

Hör deine eigene Nacht. SleepTrace verwandelt eine Nacht Audio in deine Schlafphasen, die Geräusche, die du gemacht hast, und wie sie sich entwickeln. Funktioniert ohne Wearable, noch besser mit. Dein Handy auf dem Nachttisch reicht zum Start. Für iPhone und Android laden →

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