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Wie laut ist Schnarchen in Dezibel? Messwerte aus dem Schlaflabor und was der Pegel aussagt

Eine Zahl wie 70 dB klingt nach Messung, sagt aber ohne Abstand, Messart und Dauer wenig. Was die Studien tatsächlich gemessen haben, und wie du das Handy sinnvoll einsetzt.

Von Jan Kohlhaas, Gründer & Entwickler von SleepTrace · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 02.11.2026 · Allgemeine Wellness-Information, keine medizinische Diagnose

Die kurze Antwort

Bei 1.139 Patienten im Schlaflabor lag der Pegel, den die lautesten 10 Prozent der Nacht überschritten (L10), nur bei 12,3 Prozent über 55 dBA. Ein einzelner Dezibel-Wert sagt wenig, wenn Messart und Abstand fehlen, und lautes Schnarchen allein ist kein verlässlicher Hinweis auf Schlafapnoe: In einer Studie mit 121 Patienten gab es keinen Zusammenhang zwischen Lautstärke und AHI (r = 0,1). Frauen unterschätzen ihr Schnarchen häufiger, 28 Prozent sehen sich als Nicht-Schnarcherinnen. Ein Handy taugt zum Vergleich von Nächten, wenn immer dasselbe Gerät an derselben Stelle liegt.

Schnarchen in Dezibel zu beziffern beginnt mit zwei Fragen: gemessen wo, und welche Zahl? Der Spitzenwert einer einzigen Sekunde ist etwas anderes als der Pegel, den ein Zehntel der Nacht überschreitet, und beides ändert sich mit jedem Meter Abstand. Hier steht, was in großen Messreihen tatsächlich herauskam.

Was 1.139 Patienten im Schlaflabor über Schnarchen in Dezibel zeigen

Die umfangreichste Messreihe stammt aus dem Schlaflabor eines Allgemeinkrankenhauses: Zwischen 1980 und 1994 wurde bei 1.139 Patienten parallel zur Polysomnographie die Lautstärke des Schnarchens aufgezeichnet. Ausgewertet wurden der Durchschnittspegel (Leq) und drei Spitzenpegel in dB(A): L1, L5 und L10, also der Pegel, den 1, 5 und 10 Prozent der Messzeit überschritten. Der L10-Wert lag nur bei 12,3 Prozent der Patienten über 55 dBA. Männer schnarchten im Schnitt lauter als Frauen, und die Lautstärke hing mit dem Atemstörungsindex, dem Körpergewicht und Zeichen von Tagesmüdigkeit zusammen. Männer mit einem BMI über 30 und einem durchschnittlichen Pegel über 38 dBA hatten eine 4,1-fach erhöhte Chance auf einen Index über 10.

Wilson K, Stoohs RA, Mulrooney TF, Johnson LJ, Guilleminault C, Huang Z. The snoring spectrum: acoustic assessment of snoring sound intensity in 1,139 individuals undergoing polysomnography. Chest 1999. PMID 10084490

Beim Lesen dieser Zahlen hilft eine Faustregel aus der Akustik (nicht aus den Studien): Der Mensch empfindet etwa zehn Dezibel mehr als doppelt so laut, drei Dezibel verdoppeln die Schallenergie. Ein Pegel von 38 dBA ist also deutlich leiser als einer von 55 dBA. Zahlen von 85 bis 90 Dezibel, die in einer anderen Messreihe (unten) als Maximalpegel auftauchen, liegen weit darüber, und die Studie nennt weder Ort noch Messart. Genau das ist das Problem: Spitzenwerte, Perzentile, Abstand und Gerät unterscheiden sich, und die Zahlen sind nicht untereinander vergleichbar. Für das Schlafzimmer zählt, was am Ohr des Partners ankommt.

Spitze, Durchschnitt, Abstand: welche Zahl gemeint ist

Die Zahl allein reicht also nie. Drei Fragen machen sie lesbar: Was wurde gemessen (Spitze oder Mittelwert)? In welchem Abstand? Und mit welchem Gerät? Ein Handy auf dem Nachttisch misst etwas anderes als ein kalibriertes Schallpegelmessgerät, das im Labor in festem Abstand zum Kopf hängt. Dass die Art der Messung das Ergebnis verändert, zeigt eine Untersuchung an 150 Patienten mit Schnarchbeschwerden: Der Maximalpegel und der Anteil der Schnarchzeit hingen mit dem AHI zusammen (r = 0,362 und 0,341), der Durchschnittspegel nicht (p = 0,33). Der Maximalpegel lag in der Gruppe mit schwerer Schlafapnoe bei 90,5 dB, bei leichter bei 86,5 dB und in der Kontrollgruppe bei 84,8 dB, der Unterschied zwischen den Gruppen war also deutlich kleiner als der Abstand zu den Werten aus dem Schlaflabor oben.

Kallel S, Kchaou K, Jameleddine A, Sellami M, Mnejja M, Charfeddine I. Snoring time versus snoring intensity: Which parameter correlates better with severity of obstructive sleep apnea syndrome? Lung India 2020. PMID 32643637

Welche Dezibel-Zahl gemeint sein kannSpitzenwerteDurchschnitt und L10Maximum, L1: die lautesten SekundenMittelwert (Leq) über die NachtHängt an einem einzelnen AusreißerL10: von 10 % der Zeit überschrittenKlingt dramatisch, schwankt starkBeschreibt die ganze Nacht besserNahe am Mund sehr hochNur mit Abstand und Messart sinnvoll
Eigenes, vereinfachtes Schaubild. Die Begriffe L1, L5, L10 und Leq stammen aus der Studie von Wilson u. a. 1999 (A-bewertete Pegel in dBA). Die Spalten sind eine Lesehilfe, keine Normwerte.

Auch der Abstand wirkt kräftig (ebenfalls Akustik-Faustregel): Bei freier Schallausbreitung fällt der Pegel pro Verdopplung des Abstands um etwa sechs Dezibel. Ein Gerät dicht am Mund misst also deutlich mehr als eines am anderen Ende des Bettes. Vergleichbar sind nur Messungen aus derselben Anordnung, und für den Rest bleibt nur das Prinzip, kein Wert über das andere zu stellen.

Ist extrem lautes Schnarchen ein Zeichen für Schlafapnoe?

Die naheliegende Annahme lautet: Wer extrem schnarcht, hat wahrscheinlich Atempausen. Die Daten sind weniger eindeutig. Wilson fand einen Zusammenhang zwischen Lautstärke und Atemstörungsindex. In einer Studie mit 121 Patienten, bei der die Nacht mit einem Mikrofon im Raum aufgezeichnet wurde (über 290.000 Atem- und Schnarchereignisse mit mehr als 50 Dezibel), fand sich dagegen kein Zusammenhang zwischen Schnarchlautstärke und AHI (r = 0,1, p = 0,291). Männer schnarchten häufiger (Schnarchindex 23 Prozent höher), aber nicht lauter als Frauen, und der Schnarchindex halbierte sich im Lauf der Nacht, unabhängig vom AHI.

Levartovsky A, Dafna E, Zigel Y, Tarasiuk A. Breathing and Snoring Sound Characteristics during Sleep in Adults. J Clin Sleep Med 2016. PMID 26518701

Was bleibt? Lautes Schnarchen ist ein Grund, genauer hinzuhören, aber kein Beweis, und leises Schnarchen schließt Atempausen nicht aus. Wichtiger als der Pegel ist, ob es Pausen gibt, nach denen mit einem Ruck wieder geatmet wird, und ob du tagsüber erschöpft bist. Ist das Schnarchen extrem laut und kommen Atempausen oder Tagesmüdigkeit dazu, gehört das in die ärztliche Abklärung (Welcher Arzt bei Schlafapnoe). Eine Einordnung, wann Schnarchen mehr ist als Schnarchen, steht unter Ist Schnarchen gefährlich?.

Dein Partner bemerkt Atempausen, du wachst nach Luft schnappend auf oder schläfst tagsüber ungewollt ein, zum Beispiel am Steuer? Dann bitte zeitnah zur Ärztin oder zum Arzt, unabhängig davon, wie laut das Schnarchen ist.

Wie weit du den Zahlen vom Handy trauen kannst

Ein Handy kann die Schnarchzeit erstaunlich gut erfassen. In einer Studie mit 50 Patienten, bei der das Telefon auf dem Brustbein lag, stimmte die gemessene Schnarchzeit mit der Polysomnographie sehr gut überein (r = 0,93), ebenso der Spitzenpegel (r = 0,92). Die Autoren schränken ein: Das gilt für ein kontrolliertes Labor, im lauten Schlafzimmer zu Hause ist es nicht bewiesen.

Nakano H, Hirayama K, Sadamitsu Y, Toshimitsu A, Fujita H, Shin S, Tanigawa T. Monitoring sound to quantify snoring and sleep apnea severity using a smartphone: proof of concept. J Clin Sleep Med 2014. PMID 24426823

Das größere Problem ist der Gerätewechsel. Eine Forschungsgruppe ließ eine Person 30 Nächte lang mit drei Telefonen derselben App aufnehmen. Die Telefone zeigten unterschiedlich viel lautes und leichtes Schnarchen und unterschiedliche Gesamtwerte, die Verläufe hingen aber zusammen. Die Schlussfolgerung der Autoren: Für einen einzelnen Menschen taugt die Aufnahme, wenn immer dasselbe Telefon benutzt wird.

Figueras-Alvarez O, Cantó-Navés O, Cabratosa-Termes J, Roig-Cayón M, Felipe-Spada N, Tomàs-Aliberas J. Snoring intensity assessment with three different smartphones using the SnoreLab application in one participant. J Clin Sleep Med 2020. PMID 32638700

Die praktische Regel: Wenn du die Lautstärke deines Schnarchens vergleichen willst, dann relativ. Telefon immer an dieselbe Stelle, gleiches Gerät, mehrere Nächte, und du vergleichst Nacht gegen Nacht statt gegen eine Tabelle. SleepTrace speichert pro Schnarchepisode Zeitstempel, einen Dezibel-Wert und einen Clip zum Abspielen (im Free-Plan 3 abspielbare Clips im Monat, mit Premium unbegrenzt); die Werte sind nicht kalibriert und damit Vergleichswerte, keine Schallpegelmessung. Die App bleibt dafür geöffnet, das Telefon hängt am Ladegerät. Wie du dich selbst im Schlaf auf die Spur kommst, steht unter Schnarche ich?.

Der Pegel für den Partner: Frauen unterschätzen sich, Unregelmäßigkeit nervt

Wie laut jemand schnarcht, ist nicht dasselbe wie die eigene Einschätzung. In einer Studie mit 1.913 Patienten, die mit einem kalibrierten Schallpegelmesser vermessen wurden, schnarchten Frauen so laut wie Männer. Trotzdem hielten sich 28 Prozent der Frauen (189 von 675) für Nicht-Schnarcherinnen, aber nur 6,9 Prozent der Männer. Von diesen 189 Frauen hatten 36,5 Prozent objektiv ein starkes oder sehr starkes Schnarchen, bei den Männern waren es 11,7 Prozent (10 von 85).

Westreich R, Gozlan-Talmor A, Geva-Robinson S, Schlaeffer-Yosef T, Slutsky T, Chen-Hendel E, Braiman D, Sherf Y, Arotsker N, Abu-Fraiha Y, Waldman-Radinsky L, Maimon N. The Presence of Snoring as Well as its Intensity Is Underreported by Women. J Clin Sleep Med 2019. PMID 30853036

Selbstbild gegen Messung, 1.913 Patienten (%)Frauen: „schnarche nicht“28%Männer: „schnarche nicht“6,9%Davon laut gemessen, Frauen36,5%Davon laut gemessen, Männer11,7%
Eigenes Schaubild nach Westreich u. a. 2019. Die oberen zwei Balken zeigen, wer sich für einen Nicht-Schnarcher hielt, die unteren zwei, wie viele von diesen gemessen objektiv stark oder sehr stark schnarchten. Patientinnen und Patienten einer Schlafklinik, also keine Stichprobe der Bevölkerung. Gemessen wurde mit einem kalibrierten Schallpegelmesser.

Was den Partner stört, hängt auch an etwas anderem als dem Pegel. In einem kleinen Hörtest mit 20 Ärztinnen, Ärzten und Fachkräften galten Schnarchgeräusche mit hoher Intensität und mit Unregelmäßigkeit als besonders lästig, während Herzfrequenz und persönliche Erfahrung mit schnarchenden Partnern keinen Unterschied machten. Und dass die Last real ist, zeigen die Schlafmessungen: Bei 16 Frauen, die mit schnarchendem Partner und eine Nacht allein im Labor schliefen, war der Schlaf neben dem Schnarcher stärker zerstückelt (Aufwachindex niedriger, wenn sie allein schlief, p = 0,046; der Arousal-Index unterschied sich nicht signifikant), auch wenn die Gesamtschlafzeit gleich blieb. Die Autoren betonen allerdings, dass sich der Schlaf nach einer einzigen Nacht allein nicht deutlich erholte.

Huang Z, Aarab G, Ravesloot MJL, de Vries N, Hilgevoord AAJ, Lobbezoo F. The Annoying Nature of Snoring Sounds Is Not Only about Intensity: A Pilot Study on Exposed Test Subjects. J Clin Med 2023. PMID 37048713

Blumen M, Quera Salva MA, d'Ortho MP, Leroux K, Audibert P, Fermanian C, Chabolle F, Lofaso F. Effect of sleeping alone on sleep quality in female bed partners of snorers. Eur Respir J 2009. PMID 19574335

Wie das eigene Schnarchen und das des Partners den Schlaf stören

Dass man vom eigenen Schnarchen aufwachen kann, ist weniger selbstverständlich, als es klingt: Viele hören sich nie (eine Alltagsbeobachtung, keine Studie). Ein Teil der Antwort kommt aus einer randomisierten Studie mit 400 Menschen mit Verdacht auf Schlafapnoe, von denen 203 für eine Nacht Ohrstöpsel bekamen. Mit Ohrstöpseln waren Hirnstromveränderungen im Delta-Bereich, die mit dem Atemrhythmus gekoppelt sind, etwas geringer (p = 0,048). Das heißt: Auch das eigene Schnarchen kommt als Reiz im Schlaf an, wenn der Effekt auch klein war und die Autoren ihn nicht für die Hauptursache solcher Mikro-Aufwachreaktionen halten.

Chirakalwasan N, Ruzicka DL, Burns JW, Chervin RD. Do snoring sounds arouse the snorer? Sleep 2013. PMID 23565002

Was Ohrstöpsel auf der Seite des Partners leisten, hat die Lärmforschung gemessen. In einem Schlaflabor mit 25 gesunden Erwachsenen, die sieben Nächte mit Lärmereignissen von 45 bis 65 dBA Höchstpegel schliefen, verringerten die Geräusche den Tiefschlaf. Ohrstöpsel milderten fast alle Wirkungen ab, begannen aber beim höchsten Pegel von 65 dBA zu versagen, und rosa Rauschen verschlechterte den REM-Schlaf. Das war Umweltlärm und kein Schnarchen, der Pegelbereich ähnelt aber den L10-Werten der Schnarchmessung weiter oben. Dass das auch für Schnarchen gilt, ist nur aus dem ähnlichen Pegelbereich geschlossen, getestet wurde es so nicht.

Basner M, Smith MG, Cordoza M, Kayser MS, Carlin M, Ecker AJ, Gilad Y, Park-Chavar S, Rennie K, Schneller V, Walsh S, Shou H, Cao Q, Younes M, Aeschbach D, Jones CW. Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep. Sleep 2026. PMID 41627391

Wer trotz Schnarchen des Partners schlafen will, hat also Hebel auf beiden Seiten: den Pegel senken (Lage, Schiene, Nase, siehe Gegen Schnarchen was tun) und den Schall dämpfen (Ohrstöpsel gegen Schnarchen). Hilfe fürs Gespräch und für die Beziehung steht in Partner schnarcht. Wer das Schnarchen nicht mehr hören will und deshalb auf getrennte Zimmer ausweicht, nimmt plausiblerweise auch Atempausen nicht mehr wahr, das ist eine Überlegung und keine Messung. Eine Nachtaufnahme auf dem Telefon kann diese Lücke schließen, denn sie hört, was du im Nebenzimmer nicht hörst.

Das Schnarchgeräusch: warum es tief klingt, und warum der Klang etwas anderes ist als der Pegel

Wer nach dem Geräusch fragt, meint oft nicht die Lautstärke, sondern den Klang: dem tiefen Brummen, dem Rasseln, dem Zischen. Die Akustik des Schnarchens ist gut beschrieben. Eine Übersichtsarbeit nennt als Mechanismus die Schwingung von Strukturen im Rachen, wobei das Flattern des Gaumensegels den rauen Aspekt des Geräuschs ausmacht. Die Tonhöhe liegt im tiefen Bereich unter 500 Hz mit einem Grundton und seinen Obertönen. Schnarchen, das nicht vom Gaumensegel stammt, klingt eher rauschartig und hat seine Energie verstreut in höheren Frequenzbereichen über 500 Hz.

Pevernagie D, Aarts RM, De Meyer M. The acoustics of snoring. Sleep Med Rev 2010. PMID 19665907

Dieselbe Arbeit hält fest, was der Klang nicht leistet: Das Schnarchgeräusch verändert sich von Nacht zu Nacht und innerhalb einer Nacht, und die Bewertung, wie lästig es ist, ist subjektiv und uneinheitlich. Ob sich aus der Tonhöhe auf eine Schlafapnoe schließen lässt, ist nach dem Stand der Arbeit nicht ausreichend belegt. Ein dunkles Brummen ist deshalb weder harmloser noch gefährlicher als ein raues Rasseln.

Schnarchen in Dezibel: ein Wert, der ohne Kontext wenig sagt

Wer nach den Dezibel fragt, hofft auf eine Zahl, ab der es „zu laut“ ist. Eine solche Grenze liefern die oben beschriebenen Studien nicht. Gemessen wurden Durchschnitt und Spitzen mit unterschiedlichem Abstand und Gerät, und was an einer Wand ankommt, hängt von Bett, Zimmer und Tür ab. Zwei Dinge lassen sich dennoch sagen. Erstens passen Pegel und Klang nicht zusammen: Ein leises, rasselndes Schnarchen kann im Nachbarraum mehr stören als ein lauteres, gleichmäßiges Brummen, weil Unregelmäßigkeit lästig ist (siehe unten). Zweitens ist der Pegel allein weder ein Maß für die Gesundheit noch für den Leidensdruck des Partners.

Praktisch hilft das so: Hör dir die Aufnahme an, statt nur auf die Zahl zu sehen. Ist es ein gleichmäßiges tiefes Sägen, ein unregelmäßiges Rasseln mit Aussetzern oder ein Wechsel aus beidem? Das Muster ist für das Gespräch in der Praxis nützlicher als ein Spitzenwert, und es lässt sich über mehrere Nächte vergleichen, wenn das Handy immer an derselben Stelle liegt. Wie du dabei vorgehst, steht unter Schnarche ich?.

Häufige Fragen

Das hängt davon ab, was gemessen wird. Bei 1.139 Patienten im Schlaflabor lag der Pegel, den die lautesten 10 Prozent der Nacht überschritten (L10), nur bei 12,3 Prozent der Patienten über 55 dBA. Spitzenwerte einzelner Sekunden und Messungen nahe am Mund liegen deutlich höher. Ohne Abstand und Messart ist eine Dezibel-Zahl kaum vergleichbar.

Nicht sicher. In einer Studie mit 150 Patienten hingen Maximalpegel und Schnarchzeit mit dem AHI zusammen, in einer anderen mit 121 Patienten gab es keinen Zusammenhang zwischen Lautstärke und AHI (r = 0,1). Entscheidend sind Atempausen und Tagesmüdigkeit, nicht der Pegel. Dann gehört es ärztlich abgeklärt.

Zur Schnarchzeit ja, im Labor stimmte sie mit der Polysomnographie sehr gut überein (r = 0,93). Für Absolutwerte nein: Drei Telefone derselben App zeigten bei einer Person 30 Nächte lang unterschiedliche Werte. Nimm immer dasselbe Telefon an derselben Stelle und vergleiche Nächte untereinander.

Manche Menschen werden vom eigenen Schnarchen kurz wach, viele bemerken es nie. In einer randomisierten Studie mit 400 Menschen veränderten Ohrstöpsel Hirnstrommuster, die mit der Atmung gekoppelt sind, leicht, der Effekt war klein. Wer sich nachts selbst hört, sollte besonders auf Atempausen achten.

Zuerst klären, wann und in welcher Lage es laut wird, dann gezielt ansetzen: Lage, Alkohol, Nase, Gewicht. Ob etwas wirkt, zeigt eine Aufnahme vor und nach der Änderung. Welche Mittel belegt sind, steht im Beitrag „Gegen Schnarchen was tun“.

Tief: Die Tonhöhe liegt unter etwa 500 Hz mit Grundton und Obertönen, und das Flattern des Gaumensegels sorgt für den rauen Klang. Schnarchen aus anderen Bereichen des Rachens klingt eher rauschartig. Ob die Tonhöhe etwas über eine Schlafapnoe verrät, ist nicht ausreichend belegt (Übersichtsarbeit von 2010).

Nein. Die Studien liefern keine Grenze. Entscheidend sind Atempausen, Aufwachen mit Luftnot und Tagesmüdigkeit, nicht der Pegel. Dann gehört es ärztlich abgeklärt.

SleepTrace ist eine Wellness-App, kein Medizinprodukt. Dieser Artikel ist allgemeine Information, kein medizinischer Rat. Wenn deine Beschwerden häufig, stark oder beunruhigend sind, sprich bitte mit einem Arzt.


Ein Dezibel-Wert vom Handy täuscht eine Genauigkeit vor, die Raum und Abstand nicht hergeben. Die dB-Spitze im Clip ist ein Anhaltspunkt für den Vergleich zwischen Nächten, kein Labormesswert; SleepTrace zeigt außerdem, wann und wie oft geschnarcht wurde. Ob der Pegel kritisch ist, klärt der Arzt, und für das Gespräch am Frühstückstisch reicht oft schon die Aufnahme.

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