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Schlafapnoe im EKG sichtbar? Was Puls, Herzrhythmus und Blutdruck in der Nacht verraten

Dein Puls springt nachts, die Uhr meldet Spitzen, und irgendwo steht, dass Schlafapnoe das Herz belastet. Was davon ist gemessen, was davon ist Angst, und was kann man selbst sehen?

Von Jan Kohlhaas, Gründer & Entwickler von SleepTrace · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 20.10.2026 · Allgemeine Wellness-Information, keine medizinische Diagnose

Die kurze Antwort

Ja, Schlafapnoe hinterlässt im nächtlichen EKG ein typisches Muster: In einer Untersuchung an 400 Patienten fiel der Puls zu Beginn jeder Atempause langsam ab und sprang beim Wiedereinsetzen der Atmung abrupt an; bei Menschen ohne Schlafapnoe fehlte das Muster. Ein kurzes EKG in der Praxis zeigt davon tagsüber nichts. Schwere Schlafapnoe geht mit mehr Rhythmusstörungen einher (Vorhofflimmern 4,8 gegen 0,9 Prozent) und mit höherem Blutdruck, und in Langzeitstudien mit höherem Sterberisiko: Unbehandelt schwere Schlafapnoe hatte in einer Beobachtung ein 3,8-fach höheres Gesamtsterberisiko als keine Störung. Die absoluten Zahlen sind kleiner als die Schlagzeilen, und in einer Beobachtungsstudie an Männern lag das Risiko unter CPAP auf dem Niveau Gesunder. Eine Smartphone-Aufnahme misst weder Puls noch EKG, sie kann nur Pausen hörbar machen.

Um drei Uhr nachts zeigt die Uhr eine Pulsspitze, und am Morgen steht in der App eine Warnung. Oder du liest, dass Schlafapnoe das Herz belastet, und fragst dich, was davon auf deinen Fall zutrifft. Zwischen „das ist gefährlich“ und „das ist harmlos“ liegen Zahlen, und sie sind besser, als die meisten Texte vermuten lassen. Vorweg die Grenze dieses Artikels: SleepTrace misst keinen Puls und kein EKG. Die App hört die Nacht ab. Alles, was hier zum Herzen steht, stammt aus Studien mit Messtechnik, die ein Telefon nicht hat.

Schlafapnoe im EKG sichtbar: das Muster im Pulsverlauf

Ja, es gibt ein Muster, und es ist seit 1984 beschrieben. Eine Arbeitsgruppe untersuchte 400 Patienten mit Schlafapnoe mit einem 24-Stunden-EKG und gleichzeitiger Messung der Atmung in der Nacht. Bei allen zeigte sich zu Beginn der Apnoe eine fortschreitende Verlangsamung des Pulses und beim Wiedereinsetzen der Atmung ein abrupter Anstieg, also eine zyklische Schwankung der Herzfrequenz im Takt der Atempausen. Bei Kontrollpersonen ohne Schlafapnoe fehlte das Muster. Es entsteht über das vegetative Nervensystem: Atropin hob die Verlangsamung auf, reiner Sauerstoff dämpfte es nur mäßig, der Sauerstoffmangel ist also nicht der einzige Auslöser. Bei Patienten mit gestörter vegetativer Regulation (nach Herztransplantation) fehlte das Muster.

Guilleminault C, Connolly S, Winkle R, Melvin K, Tilkian A. Cyclical variation of the heart rate in sleep apnoea syndrome. Mechanisms, and usefulness of 24 h electrocardiography as a screening technique. Lancet 1984. PMID 6140442

Daraus wurde die Idee, die Schlafapnoe aus dem EKG allein zu erkennen. Ein internationaler Wettbewerb ließ dafür 13 Rechenverfahren gegeneinander antreten: Aus je 35 Aufnahmen zum Üben und zum Testen sollte erkannt werden, wer Apnoen hat. Vier der Verfahren trennten die Patienten fehlerfrei von den anderen, zwei erkannten Apnoen Minute für Minute mit mehr als 90 Prozent Genauigkeit. Beeindruckend, aber mit klaren Grenzen: Es waren nur 70 Aufnahmen insgesamt, und der Test war ein Wettbewerb, kein Praxiseinsatz.

Penzel T, McNames J, Murray A, de Chazal P, Moody G, Raymond B. Systematic comparison of different algorithms for apnoea detection based on electrocardiogram recordings. Med Biol Eng Comput 2002. PMID 12227626

Wichtig für den Alltag: Das EKG in der Arztpraxis dauert Minuten und läuft am Tag. Es zeigt nichts von diesem Muster, weil die Atempausen im Schlaf passieren. Ein normales Ruhe-EKG schließt eine Schlafapnoe deshalb nicht aus. Und ein Muster im nächtlichen Puls ist ein Hinweis, keine Diagnose.

Der Puls in der Nacht: was Uhren und Messgeräte bei Schlafapnoe zeigen können

Der Pulsverlauf in der Nacht ist das, was Wearables sehen. Wer sich die Nacht ansieht, hat oft eine Kurve vor sich, in der der Puls in Wellen steigt und fällt. Das passt zum beschriebenen Muster. Eine Arbeit zu einzelnen Atempausen von 30 Patienten mit schwerer Schlafapnoe zeigte außerdem, dass die Größe des Pulsausschlags mit der Dauer der Pause zusammenhing: Je länger die Apnoe, desto größer die Herzfrequenzänderung (zusammen mit der Dauer der Weckreaktion und der Schnarchlautstärke).

Oksenberg A, Khamaysi I, Silverberg DS, Tarasiuk A. Association of body position with severity of apneic events in patients with severe nonpositional obstructive sleep apnea. Chest 2000. PMID 11035672

Gleichzeitig haben nächtliche Pulsspitzen viele andere Ursachen: Träume, Alkohol, Fieber, ein Geräusch, Stress. Eine Pulskurve allein trennt das nicht. Was Smartwatches bei Schlafapnoe leisten, steht unter Apple Watch und Schlafapnoe, und wie sich die Schwankung der Herzabstände deuten lässt, unter Herzratenvariabilität. Wenn du nachts mit Herzrasen aufwachst, lies Nachts aufwachen mit Herzrasen.

Rhythmusstörungen: was die Pausen im Herzschlag bedeuten

Dass schwere Schlafapnoe das Herz nicht nur im Takt der Pausen belastet, sondern auch Rhythmusstörungen begünstigt, zeigt die Sleep Heart Health Study. 228 Menschen mit schwerer Schlafatmungsstörung (Atemstörungsindex mindestens 30) wurden mit 338 ohne (unter 5) verglichen, abgestimmt nach Alter, Geschlecht, Herkunft und BMI. Vorhofflimmern hatten 4,8 gegen 0,9 Prozent, kurze, nicht anhaltende Kammertachykardien 5,3 gegen 1,2 Prozent, komplexe Extraschläge 25,0 gegen 14,5 Prozent. Nach Berücksichtigung weiterer Faktoren waren die Chancen für Vorhofflimmern vier-, für Kammertachykardien dreifach und für komplexe Extraschläge fast doppelt so hoch.

Mehra R, Benjamin EJ, Shahar E, Gottlieb DJ, Nawabit R, Kirchner HL, Sahadevan J, Redline S, Sleep Heart Health Study. Association of nocturnal arrhythmias with sleep-disordered breathing: The Sleep Heart Health Study. Am J Respir Crit Care Med 2006. PMID 16424443

Nächtliche Rhythmusstörungen: schwere Störung gegen keine (%)Vorhofflimmern, schwer4.8%Vorhofflimmern, keine0.9%Kammertachykardie, schwer5.3%Kammertachykardie, keine1.2%Extraschläge, schwer25%Extraschläge, keine14.5%
Eigenes Schaubild nach Mehra u. a. 2006 (228 Menschen mit schwerer Schlafatmungsstörung, 338 ohne). Zum Vergleich abgestimmt nach Alter, Geschlecht, Herkunft und BMI. Die Zahlen sind Anteile der Gruppe; bei den seltenen Ereignissen machen kleine Fallzahlen die Schätzungen ungenau.

Herzstillstand? Pausen von mehr als drei Sekunden

Das Wort Herzstillstand taucht in der Suche nach Schlafapnoe oft auf, und es ist größer als das, was die Studien meist zeigen. In einer Untersuchung wurde 23 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe ein Ereignisrekorder unter die Haut gesetzt, der den Herzrhythmus 16 Monate lang aufzeichnete. Gezählt wurden Pausen von mehr als drei Sekunden und Pulsabfälle unter 40 Schläge pro Minute. Vor der Behandlung hatten 11 der 23 Patienten (47 Prozent) schwere Rhythmusstörungen, überwiegend nachts. Ein 24-Stunden-EKG hatte nur bei 3 davon etwas gefunden. Unter CPAP gingen die Ereignisse zurück, in den letzten sechs Monaten wurde keine mehr aufgezeichnet.

Simantirakis EN, Schiza SI, Marketou ME, Chrysostomakis SI, Chlouverakis GI, Klapsinos NC, Siafakas NS, Vardas PE. Severe bradyarrhythmias in patients with sleep apnoea: the effect of continuous positive airway pressure treatment: a long-term evaluation using an insertable loop recorder. Eur Heart J 2004. PMID 15191779

Eine Pause von drei Sekunden ist kein Herzstillstand im Sinne eines Kreislaufstillstands. Aber sie zeigt, dass das Herz in der Nacht Dinge tut, die kein Kurz-EKG sieht, und dass diese Pausen behandelbar sind. Das ist die Aussage der Studie, nicht mehr: 23 Patienten, eine Behandlung ohne Kontrollgruppe.

Hoher Blutdruck durch Schlafapnoe: was gemessen wurde und was nicht

Hoher Blutdruck durch Schlafapnoe ist der am besten untersuchte Zusammenhang am Herz-Kreislauf-System. Die Wisconsin Sleep Cohort verfolgte 709 Teilnehmer über vier Jahre. Wer zu Beginn einen AHI von 15 oder mehr hatte, hatte vier Jahre später eine 2,89-fach erhöhte Chance auf Bluthochdruck, verglichen mit Menschen ohne Atempausen. Bei 5 bis 15 Pausen pro Stunde lag der Faktor bei 2,03, bei 0,1 bis 4,9 bei 1,42. Die Zahlen sind um BMI, Hals- und Taillenumfang, Alter, Geschlecht, Alkohol und Rauchen bereinigt, und eine Dosis-Wirkungs-Beziehung spricht für einen Zusammenhang, der nicht nur am Übergewicht liegt.

Peppard PE, Young T, Palta M, Skatrud J. Prospective study of the association between sleep-disordered breathing and hypertension. N Engl J Med 2000. PMID 10805822

Blutdruck in der Nacht: wo die Studie nichts sagt

Wer wissen möchte, wie sich der Blutdruck nachts bei Schlafapnoe verhält, findet in dieser Studie keine Antwort: Gemessen wurde im Labor, Bluthochdruck galt ab 140/90 mmHg oder bei Einnahme von Medikamenten. Nachts misst man den Blutdruck nur mit einem 24-Stunden-Gerät, und das ordnet die Ärztin an. Ein Telefon kann das nicht.

Sauerstoffsättigung am Tag: der Finger sagt wenig über die Nacht

Eine Frage, die oft gestellt wird: Müsste man die Schlafapnoe nicht am Pulsoximeter tagsüber sehen? Nach allgemeinem schlafmedizinischem Wissen, hier ohne Einzelstudie, liegt die Sättigung bei der typischen obstruktiven Form tagsüber im Normbereich, die Einbrüche passieren nachts. Dauerhaft niedrige Werte am Tag sprechen eher für ein anderes Problem und gehören abgeklärt. Ein Fingerclip tagsüber schließt eine Schlafapnoe also nicht aus.

Was eine Aufnahme dazu beitragen kann, und was nicht

Eine Smartphone-Aufnahme misst keinen Puls, kein EKG, keinen Blutdruck und keine Sauerstoffsättigung. SleepTrace hört Schnarchen und Atemgeräusche, markiert mögliche Atempausen und legt abspielbare Stellen an, auf dem Gerät und nächteweise vergleichbar. Das ist die eine Hälfte des Bildes: Wie oft, wie lang, in welchen Phasen der Nacht. Die andere Hälfte, was das Herz dabei tut, kann nur ein Arzt mit Messgeräten klären: Langzeit-EKG, Polygrafie, Schlaflabor. Wer Pausen hört und Herzklopfen spürt, hat damit zwei Hinweise, die zusammengehören und gemeinsam abgeklärt werden sollten. Die Aufnahme ist kein Befund, und ein unauffälliges Hörbild schließt nichts aus. Wie der Weg vom Verdacht zur Messung aussieht, steht unter Schlafapnoe zu Hause testen.

Kann man an Schlafapnoe sterben? Das sagen die Daten zu Herztod und Sterblichkeit

Die Frage, ob man an Schlafapnoe sterben kann, hat eine ehrliche Antwort mit zwei Teilen. Erstens: Das Risiko ist bei unbehandelter schwerer Schlafapnoe erhöht. Zweitens: Es ist kleiner, als es klingt, und es lässt sich behandeln.

Der Zeitpunkt. In einer Untersuchung von Totenscheinen und Schlaflaborbefunden von 112 Menschen, die plötzlich an einem Herzleiden gestorben waren, zeigte sich ein auffälliges Muster: Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens passierte es bei 46 Prozent der Menschen mit Schlafapnoe, aber bei 21 Prozent ohne Schlafapnoe und bei 16 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Das relative Risiko für diesen Zeitraum lag bei 2,57.

Gami AS, Howard DE, Olson EJ, Somers VK. Day-night pattern of sudden death in obstructive sleep apnea. N Engl J Med 2005. PMID 15788497

Das absolute Risiko. Eine Studie mit 10.701 Erwachsenen, die zum ersten Mal ins Schlaflabor kamen, verfolgte sie bis zu 15 Jahre. 142 hatten einen plötzlichen Herztod oder wurden wiederbelebt, das sind 0,27 Prozent pro Jahr. Vorhersagen ließ er sich unter anderem durch ein Alter über 60 (Hazard Ratio 5,53), einen AHI über 20 (1,60), eine mittlere nächtliche Sauerstoffsättigung unter 93 Prozent (2,93) und eine niedrigste nächtliche Sättigung unter 78 Prozent (2,60). Der Sauerstoffmangel in der Nacht war unabhängig von den bekannten Risikofaktoren ein starker Hinweis.

Gami AS, Olson EJ, Shen WK, Wright RS, Ballman KV, Hodge DO, Herges RM, Howard DE, Somers VK. Obstructive sleep apnea and the risk of sudden cardiac death: a longitudinal study of 10,701 adults. J Am Coll Cardiol 2013. PMID 23770166

Die Behandlung. Die bekannteste Beobachtungsstudie dazu verfolgte Männer im Mittel 10,1 Jahre: 264 Gesunde, 377 reine Schnarcher, 403 mit leichter bis mittelschwerer unbehandelter Schlafapnoe, 235 mit schwerer unbehandelter und 372 mit CPAP-behandelter. Tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse pro 100 Personenjahre: 1,06 bei unbehandelter schwerer Schlafapnoe, 0,55 bei leichter bis mittelschwerer, 0,34 bei Schnarchern, 0,35 mit CPAP, 0,3 bei Gesunden. Das Risiko für tödliche Ereignisse war bei unbehandelter schwerer Form fast dreifach erhöht (Odds Ratio 2,87), und mit CPAP lag die Rate nahe der Gesunden. Die Studie ist nicht randomisiert und betrifft nur Männer.

Marin JM, Carrizo SJ, Vicente E, Agusti AG. Long-term cardiovascular outcomes in men with obstructive sleep apnoea-hypopnoea with or without treatment with continuous positive airway pressure: an observational study. Lancet 2005. PMID 15781100

Tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse pro 100 Personenjahre (Männer)unbehandelt, schwer1.06unbehandelt, leicht/mittel0.55einfache Schnarcher0.34schwer, mit CPAP0.35Gesunde0.3
Eigenes Schaubild nach Marin u. a. 2005 (Beobachtungsstudie, 1.651 Männer, Mittel 10,1 Jahre). Es zeigt Raten pro 100 Personenjahre, also kleine absolute Zahlen. Die Gruppen wurden nicht zufällig zugeteilt: Wer CPAP verträgt und nutzt, unterscheidet sich möglicherweise auch sonst von denen, die es nicht tun.

Die Gesamtsterblichkeit. Die Langzeitstudie aus Wisconsin verfolgte 1.522 Menschen 18 Jahre lang. Bei schwerer Schlafatmungsstörung (AHI ab 30) war die Gesamtsterblichkeit im Vergleich zu keiner Störung 3,0-fach erhöht. Ließ man alle Menschen heraus, die CPAP benutzt hatten, stieg der Wert auf 3,8, und die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag beim 5,2-Fachen, mit sehr breitem Unsicherheitsbereich (1,4 bis 19,2). Das Ergebnis blieb nach Berücksichtigung von Tagesmüdigkeit unverändert. Auffällig ist der Schluss der Autoren: Erkennung und Behandlung seien unabhängig von Tagesmüdigkeit wichtig.

Young T, Finn L, Peppard PE, Szklo-Coxe M, Austin D, Nieto FJ, Stubbs R, Hla KM. Sleep disordered breathing and mortality: eighteen-year follow-up of the Wisconsin sleep cohort. Sleep 2008. PMID 18714778

Ab wann Schlafapnoe gefährlich ist

Eine scharfe Grenze gibt es nicht. Das Risiko steigt mit der Schwere: In der Wisconsin-Studie nahm die Sterblichkeit mit dem Schweregrad zu. Als Konvention gilt ein AHI ab 30 als schwer, was ungefähr alle zwei Minuten eine Pause bedeutet. Wer 60 Aussetzer pro Stunde hat, ist doppelt so weit: etwa eine Pause pro Minute, die ganze Nacht. Auch 50 Aussetzer liegen deutlich im schweren Bereich. Solche Werte gehören ohne Verzögerung in ärztliche Hand, unabhängig davon, wie fit man sich fühlt. Wie der Index berechnet wird und was er nicht sagt, steht unter AHI Wert.

Und die Gegenseite: Tod durch Schlafapnoe ist, gemessen an den absoluten Zahlen, selten, und in der Beobachtungsstudie an Männern lag das Risiko unter Behandlung auf dem Niveau Gesunder. Es ist ein gutes Argument für die Abklärung, nicht für Angst. Eine allgemeine Einordnung steht unter Ist Schlafapnoe gefährlich?; ob sich Schlafapnoe zurückbilden kann, unter Kann Schlafapnoe geheilt werden?.

Bei Brustschmerz, Ohnmacht, anhaltendem Herzrasen oder plötzlicher Atemnot nicht auf einen Termin warten, sondern Notruf 112 wählen. Bei nächtlichem Herzklopfen, Aufwachen mit Luftnot oder beobachteten Atempausen: zeitnah zur Hausarztpraxis, mit der Aufnahme als Anlass.

Häufige Fragen

Im nächtlichen EKG ja: Bei 400 Patienten fiel der Puls zu Beginn jeder Atempause ab und sprang beim Wiedereinsetzen der Atmung an. Im kurzen Ruhe-EKG beim Arzt tagsüber ist davon nichts zu sehen, ein normales EKG schließt Schlafapnoe also nicht aus.

Das Risiko ist bei unbehandelter schwerer Schlafapnoe erhöht: In einer Beobachtung von 18 Jahren lag das Gesamtsterberisiko beim 3,8-Fachen gegenüber Menschen ohne Störung (ohne CPAP-Nutzer gerechnet). Bei Männern mit CPAP lag die Rate tödlicher Herz-Kreislauf-Ereignisse mit 0,35 pro 100 Personenjahre ähnlich wie bei Gesunden mit 0,3.

Bei 47 Prozent von 23 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe zeichnete ein Rekorder Pausen von mehr als drei Sekunden oder Pulsabfälle unter 40 auf, vor allem nachts, unter CPAP gingen sie zurück. Plötzlicher Herztod nachts war bei Menschen mit Schlafapnoe häufiger: 46 gegen 21 Prozent ohne Schlafapnoe.

Eine scharfe Grenze gibt es nicht, das Risiko steigt mit der Schwere. Als schwer gilt konventionell ein AHI ab 30, wer 50 oder 60 Aussetzer pro Stunde hat, liegt deutlich darüber und gehört schnell in ärztliche Hand. In einer Studie sagte auch ein niedriger nächtlicher Sauerstoffwert unter 78 Prozent das Risiko eines plötzlichen Herztods voraus.

In einer Studie an 709 Menschen hatten Teilnehmer mit einem AHI von 15 oder mehr vier Jahre später eine 2,89-fach erhöhte Chance auf Bluthochdruck, auch nach Berücksichtigung von Gewicht, Alter und Lebensstil. Das spricht für einen Zusammenhang, ein Beweis für die Ursache ist es nicht.

SleepTrace ist eine Wellness-App, kein Medizinprodukt. Dieser Artikel ist allgemeine Information, kein medizinischer Rat. Wenn deine Beschwerden häufig, stark oder beunruhigend sind, sprich bitte mit einem Arzt.


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